Siegel der Elisabethinnen Aachen
Schriftzug Schwestern der heiligen Elisabeth

Ordenskleid und Ordensname

Nicht alle Ordensleute sind an ihrer Kleidung zu erkennen. Warum tragen wir ein Ordenskleid – hat sich so ein Kostüm nicht längst überholt? Wir Elisabethinnen tragen unser Ordenskleid als Zeichen der Weihe an Gott und der Zugehörigkeit zu unserer Ordensgemeinschaft. Jeder soll sehen und erkennen können wohin und zu wem wir gehören – zu Christus in dieser Gemeinschaft. Es ist für uns ein Stück Freiheit, uns so zu kleiden, denn damit zeigen wir unsere mündige Entscheidung, dem Anruf Gottes geantwortet zu haben. Das Ordensgewand ist ein Zeichen der Würde, die Gott uns in der Taufe geschenkt hat. Gott hat uns an– und aufgenommen.

Ordenskleid der Elisabethinnen von 1626-1960 und der jetzige Habit

Das Ordensgewand ist die ständige Erinnerung an das Taufkleid, ein Brautkleid, ja ein priesterliches Gewand für den Dienst am Nächsten. Es ist auch ein Sterbekleid, denn bis dahin soll es unser Leben begleiten. Es erinnert uns an die Verklärung Christi, als Sein Gewand und wesen ganz von Gott durchstrahlt erschien. Es deutet hin auf die große „Einkleidung“ der Auferstandenen: „Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen ... Sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht“, erkennt der Apostel Johannes mit Blick ins Jenseits (Offb 7,9.14). Heute tragen wir unsere Ordenskleid auch als „zweite Haut“, die allen Menschen zeigen soll, zu wem wir gehören, und was wir uns auf die Fahnen geschrieben haben: „Ihr seid von Gott geliebt: darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!“ (Kol 3,12) So ist das Ordenskleid ein bleibendes Zeichen der Weihe, der Armut und der Zugehörigkeit zu unserer bestimmten Ordensfamilie.

Als unsere Mutter Apollonia begann, sich mit dem Gedanken an die Gründung der Elisabethinnen zu tragen, war es der erste Schritt, dass sie und ihre Gefährtinnen sich „Schwester“ nannten. Das Leben in schwesterlicher Gemeinschaft miteinander und für alle, die uns brauchen, ist eine Herausforderung. Jedes Mal, wenn wir beim Namen gerufen werden, werden wir auch daran erinnert, das wir mit einem Auftrag unterwegs sind. Dem Auftrag, Schwester Jesu Christi zu sein. Empfängt die Schwester einen neuen Rufnamen, evtl. einen anderen als ihren Taufnamen, so bezeichnet dies, dass sie sich sosehr in das neue Leben mit Christus rufen lässt, dass ihr Wesen mit einem neuen Namen gekennzeichnet ist. Gott selber nützte diesen Fingerzeig, als er Abraham zum Segen für die Völker machte. Jesus übte diese Geste aus, als er Simon zu „Kephas“ – Fels, Petrus – ernannte.  So verheißt der Prophet Jesaja:   „ Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des Herrn für dich bestimmt. Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des Herrn, zu einem königlichen Diadem in der Rechten deines Gottes. Nicht länger nennt man dich «Die Verlassene» und dein Land nicht mehr «Das Ödland», sondern man nennt dich «Meine Wonne» und dein Land «Die Vermählte». Denn der Herr hat an dir seine Freude, und dein Land wird mit ihm vermählt.“ (Jes.62,2-4)

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