Siegel der Elisabethinnen Aachen
Schriftzug Schwestern der heiligen Elisabeth

Dank für ein reiches Ordensleben

15.09.2012

Mit besonderer Freude erfüllte uns der Wunsch von Bruder Otmar Hummel, sein 75.Ordensjubiläum bei und und mit uns zu feiern.

Bruder Otmar begrüßt seine Gäste1937, also vor 75 Jahren ist er in den Orden eingetreten. Bereits 1929 ist ihm in seiner Heimatstadt Freiburg im Breisgau ein Franziskaner aufgefallen, der ihn einlud, im „Klösterle“, so nannte man das Franziskanerkloster, zu ministrieren. Das franziskanische Leben faszinierte ihn und so kam eine eigene Ordensberufung.

Auch aus der Distanz seiner gut katholischen Schumacherfamilie zum Nationalsozialismus heraus, ging er nach Kerkrade, um sich im Juvenat der Armen Brüder zum Maler ausbilden zu lassen.

Die Armen Brüder des hl. Franziskus sind in echtes Aachener Gewächs aus dem Geist Franziska Scherviers. Der Lehrer Johannes Höver (1816-1864) sah in seiner Zeit den Bedarf, sich besonders um vernachlässigte Männer und Jugendliche zu kümmern. Und typisch für das 19. Jahrhundert war 1858 die Gründung einer Kongregation. Franziska Schervier war mit treibende Kraft und Beraterin der ersten Brüder, die mit Krankenbesuchen und Nachtwachen ihr caritatives Werg begannen. Später kamen noch diverse Dienste in Schule, Krankenpflege und Jugendarbeit hinzu. Der Kulturkampf vertrieb die Brüder aus Aachen, sodass man sich im nahegelegenen Kerkrade niederließ. Als Br. Otmar 1937 eintrat, gab es dort 100 Brüder und 30 Novizen.

Doch das Ordensleben währte zunächst nur kurz. Denn er war deutscher Staatsbürger die Eltern lebten in Deutschland, und der Arm der Nazis war lang. Also musste er in die Lüneburger Heide zum Reichsarbeitsdienst, bevor es dann mit der Wehrmacht in die Normandie, dann Richtung Baltikum und Moskau ging. Die Brüder waren in der Kriegszeit in Gemmenich evakuiert, wo auch ein junger Jude mit ihnen lebte, den sie vor dem Zugriff der Nazischergen versteckt hielten.

Jetzt war der Wiederaufbau angesagt. Und der heimgekehrte Bruder Otmar packte fleißig mit an, damit das Wirken der Brüder an ihren Mitmenschen weitergehen konnte. Im Johannes Höver Haus am Lousberg galt es wieder Fenster und Türen einzusetzen. Mit drei Brüdern schlief er in einem Raum. Dann endlich konnten die Jungen einziehen. Und das waren Kriegswaise, Vertriebene oder auch Jungen, deren Mutter arbeiten musste, weil der Vater gefallen oder noch gefangen war. Dort war dann auch Bruder Otmar, inzwischen staatlich geprüfter Sozialarbeiter, bei den Jungen. Diese besuchten die städtischen Volksschulen. Nachmittags war damals wie heute Freizeit angesagt. Seifenkistenrennen waren bei den Zöglingen beliebt. Auch Wanderungen in der Eifel machte er mit „seinen Jungen“. Manchmal war auch Hamstern angesagt. So schaffte er es einmal mit zwei Messdienern gleich 80 Zentner der wertvollen Kartoffeln zu organisieren. Eine neue Wirkungsstätte war dann der Vellerhof bei Blankenheim. Obdachlose kamen dorthin, um sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Mit unseren Schwestern ist er bekannt seit der gemeinsamen Tätigkeit im Cariatsheim in Düssldorf. Gerne erzählt er den jüngeren Elisabethinnen die eine oder andere "Story" aus dieser Zeit.
Prägend für ihn war seine Erfahrung mit den vietnamesischen Boat-People, für die er im Diözesanverband der Caritas zuständig war.

Heute trat er vor Gott mit einem Gebet, in das wir von Herzen mit einstimmten:

in der Mutterhauskirche

Himmlischer Vater,

ich fühle, dass mein Leben zur Neige geht.

Und manchmal habe ich Angst, dass es nicht so war, wie es hätte sein sollen. Ich kann nicht mehr viel hinzufügen. Lass die kurzen Jahre, die Du mir noch schenken wirst, zum Guten Schluß meines Lebens werden. Lass mich offen sein für alle Menschen, die meine Liebe brauchen. Lass mich Verständnis haben für junge Menschen, die sich freuen an dem, was sie selbst nicht können.

Kome DU in meine Einsamkeit - erfülle DU sie mit Deiner Liebe. Lass den Weg sichtbar werden, den wir gehen zur Ewigen Herrlichkeit. Amen.





 


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