Siegel der Elisabethinnen Aachen
Schriftzug Schwestern der heiligen Elisabeth

Berufungszeugnis - Weltgebetstag um geistliche Berufe

22.04.2018

Das päpstliche Werk für geistliche Berufe des Bistums Aachen hat eingeladen ein Glaubenszeugnis abzulegen. Schwester M. Thea hat in der Hl. Messe am Sonntag des guten Hirten von ihrem RUF GOTTES berichtet:

Ich denke jede meiner Schwestern erinnert sich noch an ihren Ruft bzw. an ihren Weg in die Nachfolge Christi und jede könnte Ihnen so einige Geschichten erzählen.


Ruf…?       Ja wer ruft denn jetzt da?                                            Gott ruft den Menschen!
Gott hat einen Plant mit DIR,        mit IHNEN                                 und mit MIR.

Seine Liebe zu uns ist Berufung.                                                      Er hat uns ins Leben gerufen und lädt uns ein IHM zu folgen.        Es gibt vielfältige Formen als Christ zu leben und manche ruft er in seine besondere Nähe.

Gerne möchte ich Ihnen von meinen Anfängen > mit diesem gerufen werde< erzählen. Ich besuchte die 10. Klasse einer städtischen Realschule in Duisburg. Wir hatten eine Religions-AG und am Ende des Schuljahres stand eine Fahrt in die Benediktinerinnen Abtei Mariendonk am Niederrhein an. Ordensleute waren mir vertraut durch unsere Pfarrei, denn wir hatten eine Gemeindeschwester von den Schwestern unserer Lieben Frau und mehrere Klöster bei uns. Aber das ich selber je ins Kloster gehen würde stand außer Frage!

Im Sommer 2010 war es dann soweit. Wir haben 3 Tage bei den Schwestern verbracht, sehr viel gearbeitet und gebetet. Anstrengende Tage aber irgendetwas hat mich fasziniert. Sicher nicht das Unkraut jäten im Garten bei 30 Grad... Nein, es war irgendetwas das mich angesprochen hat. Diese alternative Lebensweise der Schwestern, das regelmäßige Gebet in Gemeinschaft, überhaupt das Gemeinschaftsleben.

Als ich nachhause fuhr und meinen Eltern davon erzählte wusste ich nicht was passiert war, aber ich wusste irgendetwas hat sich verändert. Etwas hat mich zutiefst berührt. In den Sommerferien wollte ich direkt noch mal hin. Jetzt aber für 2 Wochen und allein. Meine Mutter war sichtlich irrtiert und hatte auch etwas Sorge… Ich sagte nur: „Mama mach dir keine Sorgen, ich schaff das schon und ich werde sicher auch nicht da bleiben!“ Ich hatte jederzeit die Möglichkeit wieder abzureisen, aber ich dachte gar nicht daran. In den darauffolgenden Jahren verbrachte ich viel Zeit dort! 

Da ist jemand, den du nicht sehen und greifen kannst, aber für den es sich lohnt zu leben.



































Jemand über den so viel geschrieben wurde,


der sich für uns Menschen hingegeben hat,


 jemand der dich will, jemand der dich bei deinem Namen nennt,


ja der dich bei deinem Namen ruft.


 


Das stellte plötzlich mein ganzes (auch wenn noch junges) Leben auf dem Kopf.


Ich veränderte mich, es gab Dinge, die waren einfach nicht mehr so wichtig,


aber ich merkte auch, dass mir eins im Leben besonders wichtig wurde


         Jesus Christus!


 


Mit meiner Begeleitschwester hatte ich viele Gespräche geführt.


Es war sicher nicht immer leicht. Es gab Höhen und Tiefen.


 


Irgendwann bei einem Spaziergang kam dann die Frage der Schwester:


„Weißt du nicht was dich so aufreibt? ER ist es! Du musst Dir klar werden, was du möchtest. Vertrau dich IHM an. Öffne deine Ohren und dein Herz.  Sei für seinen Ruf offen, lass IHN herein und geht zusammen, wenn du möchtest.“


 


„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.“ Joh 15,16


 


Für mich war das JA zu IHM sicher.


 


Eines Tages kam dann von meiner Begleitschwester noch eine Bitte:


„Ich hab hier etwas für dich!


Ein Flyer mit  Frauenklöstern in Deutschland. Ich möchte das du Dir noch mal eine tätige Gemeinschaft anschaust.“


Ich war zunächst irritiert, pflichtbewusst blätterte ich das Heft durch…


Ihr war es schon längst aufgefallen, dass ich nicht glücklich geworden wäre ohne die Arbeit mit dem Menschen.


 


Auf einer der Seiten fand ich dann:


Aachen - Schwestern der hl. Elisabeth!


Ja das hört sich doch ganz gut an, ich kannte nämlich schon Elisabethinnen aus Essen und wollte gerne jemanden in Aachen besuchen. Das traf sich gut und so frug ich nach einem Zimmer, schrieb aber in meiner 1. E-Mail ganz konkret an welcher Stelle ich mich in meinem Leben befinde.


 


Ja und dann…


Denn Ausgang kennen wir ja nun alle, ich erzähle Ihnen aber noch ein bisschen von diesem Weg.


 


Der Besuch hier stellte dann noch mal alles auf dem Kopf.


Ja wo will er dich denn jetzt haben?


Erst denkst du in Mariendonk und jetzt hier bei den Elisabethinnen?


Woher weiß ich denn jetzt, dass ich hier richtig bin?!


 


Für mich sind in meinem Ordensleben zwei Dinge ganz wichtig:


Stellen wir uns zwei Säulen vor, die ein Haus tragen.


Die 1. Säule ist das regelmäßige, gemeinsame Gebet in Gemeinschaft


und die 2. Säule ist die Arbeit.


Ohne das Gebet funktioniert das Leben in der Nachfolge Christi nicht.


In meinem Gebet bin ich getragen, um letztlich auch und vor allem für die Menschen da zu sein und nur so wird das Haus nicht instabil.


 


Wenn man mich fragt ob es das eine Berufungserlebnis gibt würde ich nein sagen!


Es ist eine Mischung aus ganz vielen Gesprächen, Menschen und Begegnungen, die mich auf meinem Weg begleitet haben.


 


Aber es gibt eine Begegnung, die dann den Funken überspringen lassen hat.


Das war hier mit Sr. Marianne.


Ihre Art und Weise hat mich zutiefst getroffen und ich wusste:


Ja hier bist du richtig.


 


Ich lernte eine Gemeinschaft von Schwestern kennen, die sicher auch Fehler hat, aber vor allem eine Herzlichkeit und Lebensfreude an den Tag legt, die ansteckend ist und die ich zuvor so noch nicht kannte.


Schwestern die ganz unterschiedlich sind, aber getragen von Christus in der Liebe zum Vater. Schwestern die jeden Tag neu den Aufbruch wagen müssen.


Den Aufbruch zu Christus und zu den Menschen


und das wollte ich auch!


 


Wir glauben dem Wort Gottes, das Zukunft uns verspricht.


Wir glauben mit der Kirche deren Hoffnung nicht zerbricht.


Nur tastend doch gehalten, verlassen wir das Lad.


Gott selbst wird uns begleiten, schützt uns mit starker Hand.


 


Den Aufbruch wagen, auf Gott vertrauen neue Wege gehen und auf ihn bauen.


Das wurde nach meinem Eintritt am 05. Mai 2014 der Ruf Gottes, der mich bis heute trägt.


Ich musste wie Abraham aufbrechen. Menschen zurücklassen um neues beginnen zu können.


„Zieh in das Land das ich dir zeigen werde.“ Voll Vertrauen IHM folgen.


 


„Ein Segen sollst du sein.“ Sich hingeben um sich formen zu lassen, ja um Segen zu bringen.


 


 


 


 


„Und sie sprachen zueinander:


Brannte nicht unser Herz in uns,


als er auf dem Wege zu uns redete…“. (Lk, 24,32)


 


Ja es ist als ob das Herz brennt.


Viele von Ihnen werden das kennen, ich wünsche es Ihnen zumindest.


Egal ob im konkreten Ruf Gottes zur Nachfolge Christi im geistlichen Stand


oder ob in der Berufung zur Ehe.


Wie war es als Sie Ihre Frau oder Ihren Mann kennenlernten?


Dieses sich hingezogen fühlen zum anderen!


Sich geborgen fühlen, ja wie etwas das eins wird.


Oder dieses herausgefordert sein zum ledig bleiben,


weil die Berufung und der Beruf für den ich wohl geschaffen, genau diese Lebensform mit sich bringt


 


Wir wären nur Stückwerk ohne den Anderen.


 


 


Ich möchte schließen mit Worten von Frére Roger aus Taize:


„Wenn Christus uns fragt:


Wer bin ich für dich?,


konnten wir ihm antworten:


Du,


Christus, bist es,


der mich liebt bis ins Leben, das kein Ende kennt.


DU begreifst alles von uns.


Wir möchten ganz lauter mit dir sein und dir nicht nur einen Lebensabschnitt, sondern das ganze Leben schenken.“


 


AMEN.





 





 


» zurück

nach oben
© Schwestern der hl. Elisabeth | Impressum | Datenschutzerklärung | Webdesign GERMAXmedia